Angesichts vielfältiger Herausforderungen, mit denen Städte heute weltweit konfrontiert sind, wächst die Bedeutung urbaner Resilienz und krisenfester Infrastrukturen. So stand auch das diesjährige Europawochenende, zu dem die Wissenschaftsstadt Darmstadt jedes Jahr ihre Partnerstädte einlädt, unter dem Thema „Resiliente Infrastrukturen digitaler Städte“. Zum Auftakt am 29. Mai besuchten die Gäste das emergenCITY Lab.

„Mit dem Europawochenende pflegen wir den fachlichen Austausch mit unseren Partnerstädten und leben die internationalen Freundschaften beim gemeinsamen Grenzgang mit der Stadtgesellschaft“, sagte Oberbürgermeister Hanno Benz.

Um den multiplen Herausforderungen zu begegnen, müsse man über Gebietskörperschaftsgrenzen hinausarbeiten. In diesem Jahr waren Vertreter:innen aus den Darmstädter Partnerstädten Brescia (Italien), Chesterfield (Großbritannien), Graz (Österreich), Gyönk (Ungarn), Liepāja (Lettland), Nahariya (Israel), Płock (Polen), Saanen (Schweiz), Trondheim (Norwegen) und Uzhhorod (Ukraine) vor Ort.

Eine Nahaufnahme von einem Mann, der in ein Mikrophon spricht.
© Ute Döring

Hanno Benz betont die Wichtigkeit vom fachlichen Austausch und die der internationalen Freundschaften mit den Partnerstädten.

Forschung und Demonstratoren zu digitaler Resilienz

Während des Besuchs präsentierten Forschende den rund 50 Gästen verschiedene Demonstratoren. Joachim Schulze, Leiter Reallabore bei DiReX, und Julian Euler, wissenschaftlicher Mitarbeiter bei DiReX, stellten die Litfaßsäule 4.0, das eHUB und das digitale Stadtmodell. Die Litfaßsäule 4.0 ist eine energieautarke Warnsäule, die auch bei einem langanhaltenden Stromausfall Warnungen und Informationen anzeigen kann. Das inselfähige eHUB kann Strom mit der Nachbarschaft und kritischen Infrastrukturen teilen und als Anlaufstelle in der Krise dienen. Das digitale Stadtmodell macht mithilfe animierter Projektionen auf einem physischen 3D Modell der Stadt Darmstadt verschiedene Dimensionen urbaner Resilienz sichtbar.

Ergänzt wurde das Programm durch einen Vortrag von Michèle Knodt, stellvertretende Koordinatorin von emergenCITY und DiReX Direktorin, zum Thema „Resiliente Infrastrukturen digitaler Städte“. Dabei stellte sie weitere innovative Forschung vor, darunter das Verbundsprojekt Nebula, das Demonstratoren zur Erkennung von Desinformationen in sozialen Netzwerken entwickelt oder die Heinerboxen, in emergenCITY entwickelte Sensorboxen, die lokal in Darmstadt Umweltdate erheben und in der Krise ein Notfallnetz bereitstellen könnten.

In einer offenen Fragerunde tauschten sich die Delegierten über ihre digitalen Strategien zur Stärkung von Resilienz aus, über Rollenverteilungen in Krisensituationen, über das Thema Datenschutz und die Zusammenarbeit über die kommunalen Grenzen hinweg.

Gruppenfoto mit rund 50 Personen von oben fotografiert auf grünem Rasen.
© Ute Döring

Die Deligierten der Partnerstädte gemeinsam mit den Forschenden der TU Darmstadt.

Internationale Begegnungen während des Europawochenendes

Der Besuch der Gäste aus ganz Europa war Teil des offiziellen Programms des Europawochenendes der Wissenschaftsstadt Darmstadt, das noch bis zum 30. Mai andauert. Neben Fachgesprächen umfasst das Wochenende weitere Begegnungsformate wie eine Exkursion zum Satellitenkontrollzentrum ESOC der Europäischen Weltraumorganisation ESA sowie den traditionellen Grenzgang mit Delegationen der Partnerstädte und Bürger:innen aus Darmstadt.