Collaboration Award 2025
emergenCITY verleiht internen Preis für Publikationen, die sich durch außerordentliche interdisziplinäre Zusammenarbeit auszeichnen
emergenCITY verleiht internen Preis für Publikationen, die sich durch außerordentliche interdisziplinäre Zusammenarbeit auszeichnen
Interdisziplinäre Zusammenarbeit ist ein zentrales Merkmal in der Arbeit von emergenCITY. Seit fünf Jahren zeichnet das Forschungszentrum daher besondere Kooperationen von wissenschaftlichen Mitarbeitenden aus verschiedenen Programmbereichen und Diziplinen mit dem emergenCITY Collaboration Award aus. In diesem Jahr wurden zwei Gewinnerarbeiten aus den Publikationen ausgewählt, die 2025 im Rahmen von emergenCITY entstanden sind. Bei der Preisverleihung während der diesjährigen emergenCITY Woche gaben Matthias Hollick, wissenschaftlicher Koordinator, und Utz Rödig, Mitglied des wissenschaftlichen Beirats, die Gewinner bekannt.
1. Platz – Leon Janzen, Florentin Putz, Marc-André Kaufhold: “The User Perspective on Island-Ready 6G Communication: A Survey of Future Smartphone Usage in Crisis-Struck Areas with Local Cellular Connectivity” mit Kolja Straub und Matthias Hollick
Was passiert mit Smartphone-Apps, wenn in einer Krise das Internet ausfällt und nur noch lokale Mobilfunkkonnektivität zur Verfügung steht? Das Paper, das auf der CHI Conference on Human Factors in Computing Systems 2026 in Yokohama, Japan, vorgestellt wurde, führt das Konzept lokaler Mobilfunk-Inseln ein. Es präsentiert Ergebnisse einer Befragung von 857 erwachsenen Smartphone-Nutzenden aus deutschen Großstädten zu ihrer präferierten Smartphone-Nutzung in krisenspezifischen Anwendungsfällen. Die Ergebnisse zeigen eine Verschiebung in der App-Nachfrage: In bestimmten Krisensituationen bevorzugen Nutzende allgemeine Apps gegenüber spezialisierten Krisen-Apps. Die Arbeit priorisiert Smartphone-Dienste nach ihrer Kritikalität und unterscheidet dabei zwischen Apps, die für die Krisenbewältigung unverzichtbar sind, und solchen, die den Alltag unterstützten. So liefern die Autoren Netzbetreibern, Entwicklerinnen und Behörden Erkenntnisse für nutzerorientierte Designentscheidungen bei der Umsetzung Insel-kompatibler 6G-Kommunikation.
2. Platz – Steffen Haesler, Marc-André Kaufhold, Nadja Thiessen, Michaela Leštáková: “How to Stay Connected: Citizens’ Needs on Digital Self-Organization in Neighborhoods during a Crisis” mit Michèle Knodt und Christian Reuter
Wenn der Strom ausfällt und das Mobilfunknetz zusammenbricht, finden Menschen dann digitale Wege, um sich zu koordinieren? Auf Basis einer Befragung von 404 betroffenen Bürger:innen nach den Flutkatastrophen in Europa 2021 untersucht die Arbeit, wie Infrastrukturausfälle digitale Bedürfnisse und Handlungen während der Krise beeinflusst haben. Die Ergebnisse zeigen, dass weitreichende Ausfälle der Infrastrukturen viele Menschen dazu bewogen, auf analoge Koordinationsmöglichkeiten zurückzugreifen. Die Arbeit schlägt fünf Anforderungen an digitale Selbstorganisation vor, um digitale Resilienz zu stärken, indem Konnektivität neu gedacht und Vorsorge auf digitale Weise verstanden wird. Das Paper wurde auf der Mensch und Computer Konferenz 2025 in Chemnitz vorgestellt.
Der Collaboration Award 2025 ehrte das letzte Mal herausragende interdisziplinäre Forschung, da emergenCITY seine Arbeit als LOEWE-gefördertes Forschungszentrum in diesem Jahr abschließen wird.