Forschungsaufenthalt an der Technischen Hochschule Lund
Ein Bericht von Roland Schurig über seinem Aufenthalt am Department of Automatic Control an der Technischen Hochschule Lund.
Ein Bericht von Roland Schurig über seinem Aufenthalt am Department of Automatic Control an der Technischen Hochschule Lund.
Seit Beginn meiner Promotion war es mein Wunsch, einen Forschungsaufenthalt an einer ausländischen Universität zu verbringen, und emergenCITY hat mich dabei hervorragend unterstützt. So konnte ich von August 2025 bis März 2026 unter der Betreuung von Professor Anders Rantzer am Department of Automatic Control an der Technischen Hochschule Lund forschen.
Ich habe in der Gruppe in Lund sehr schnell Anschluss und interessante Forschungsfragen mit Bezug zu emergenCITY gefunden, die auf meiner bisherigen Forschung aufbauen und diese erweitern. Der Schwerpunkt meiner Arbeit dort lag auf der Regelung von großen und vernetzten Systemen. Die Gruppe von Professor Rantzer forscht schon seit Langem an der skalierbaren Regelung von komplexen Systemen, und ich konnte viel von der vorhandenen Expertise profitieren. Eine Arbeit unter dem Titel Model Predictive Control for Constrained Linear Positive Systems on Graphs, zusammen mit einem Doktoranden aus Lund, ist bereits seit Anfang Juni in den IEEE Control Systems Letters veröffentlicht. Eine weitere Veröffentlichung wird gerade zur Einreichung vorbereitet.
Natürlich hatte ich bei einem Aufenthalt von acht Monaten auch viele private Highlights. Während das Wetter es zuließ, habe ich Schonen – das ist die schwedische Region, in der Lund liegt – zu Fuß auf vielen Wanderungen erkundet.
Dabei hat mir besonders gut die Insel Ven, der Nationalpark Söderåsen, die Halbinsel Falsterbo sowie die hügelige Region um den Ort Brösarp herum, in der die Verfilmung von „Die Brüder Löwenherz“ teilweise gedreht wurde, gefallen.
Auch einige Städte gibt es in der Region zu entdecken, allen voran die beiden Großstädte Malmö und Kopenhagen in Dänemark. Aber auch viele Kleinstädte in der Region haben ihren Charme, so zum Beispiel Lund selbst, das einen mittelalterlichen Stadtkern hat, Ystad oder Helsingborg.
Das Leben – sowohl beruflich als auch privat – unterscheidet sich in Schweden nicht grundlegend von dem in Deutschland. Allerdings gibt es schon kleine Unterschiede und Details, die bei längerem Aufenthalt auffallen, und es war spannend, das Alltagsleben in einem anderen Land zu erleben. Ein Unterschied ist zum Beispiel, dass die Universität im Allgemeinen im Allgemeinen etwas anders als in Deutschland funktioniert. Ich finde, dass die Leute dort etwas entspannter sind, und es ist für die Uni wichtig, dass alle Angestellten eine gute Work-Life-Balance haben. Zum Beispiel haben wir mit den Kollegen jeden Montag während der Arbeitszeit eine Stunde „Innebandy“ (Unihockey) gespielt. Außerdem gibt es zweimal täglich, um 10 und um 15 Uhr, eine vom Institut organisierte „Fika“ (Kaffeepause), zu der in der Regel alle Mitarbeiter kommen. Jeden Freitag wurde auch am Nachmittag zusätzlich zum Kaffee Gebäck geordert. Das kannte ich so aus Deutschland nicht, sorgt aber auf jeden Fall für ein sehr angenehmes Arbeitsklima.
Es war eine sehr schöne und lehrreiche Zeit, die ich in meiner Promotion keineswegs missen möchte.
Roland Schurig, wissenschaftlicher Mitarbeiter, Fachgebiet Control and Cyber-Physical Systems (FB 18), Forschungsschwerpunkt: Komplexitätsreduktion in der Regelung komplexer Systeme, Verbindung eCity: Wimi, Programmbereich CPS