Vom 3. bis 7. Juli 2026 hatte ich die Gelegenheit, nach San Diego, Kalifornien, zu reisen, um an der 64. Jahrestagung der Association for Computational Linguistics (ACL) teilzunehmen - der renommiertesten Konferenz im Bereich der maschinellen Sprachverarbeitung. Dort durfte ich zwei Paper präsentieren: „Protecting multimodal large language models against misleading visualizations” und “Is this chart lying to me? Automating the detection of misleading visualizations”, die gemeinsam mit Forschenden der TU Darmstadt und der KU Leuven entstanden sind. Beide Arbeiten befassen sich mit der Gefahr irreführender Visualisierungen, also Diagrammen, die mit Täuschungstechniken wie invertierten Achsen die zugrunde liegenden Daten verzerrt darstellen. Unsere Forschung zielte darauf ab, solche Techniken zu erkennen und ihre negativen Auswirkungen auf das automatisierte Diagrammverständnis mithilfe multimodaler großer Sprachmodelle zu verringern.

Auf der Konferenz wurden mehr als 2.000 Paper in zahlreichen Vortrags- und Postersessions vorgestellt. Das war eine großartige Gelegenheit, neue und spannende Forschungsrichtungen zu entdecken, sich mit internationalen Kooperationspartner*innen auszutauschen und Ideen für neue Forschungsprojekte zu entwickeln.

Zu meinen persönlichen Höhepunkten zählten die Workshops SurgeLLM und EvalEval mit ihren interessanten Vorträgen, Keynotes und Panels. Auch die Keynote des Informatikers Noah Smith beim Workshop Big Picture darüber, wie man als Nachwuchsforschende*r seine Forschungsrichtung wählt, war sehr aufschlussreich. Über den fachlichen Austausch hinaus bot die Reise auch die Möglichkeit, San Diego und die Umgebung zu erkunden. Der Balboa Park, die La Jolla Cove und die Sunset Cliffs waren allesamt lohnenswerte Entdeckungen.

Vielen Dank an emergenCITY und das ATHENE Center für die Förderung meiner Forschung.

Über den Autor

Jonathan Tonglet ist Doktorand am UKP Lab des Fachbereichs Informatik der TU Darmstadt. Zudem ist er an der KU Leuven in Belgien affiliiert. Seine Forschungsinteressen umfassen multimodales automatisiertes Fact-Checking, automatisiertes Diagrammverständnis und Computational Social Science. Seinen Masterabschluss in Artificial Intelligence mit Schwerpunkt Sprach- und Textverarbeitung erwarb er 2023 an der KU Leuven; er arbeitet für den emergenCITY-Programmbereich Information (INF).