Wie kann effizientes Regen- und Grauwassermanagement in einem Wohnungsbauprojekt aussehen? Die Vereinigung der Freunde der TU Darmstadt e.V. würdigte während ihres jährlichen Frühlingsfests das Modellprojekt ReSource:Mannheim mit dem Preis für Nachhaltigkeit und Interdisziplinarität. Auch Annette Rudolph-Cleff, emergenCITY-PI und Professorin am Fachgebiet Entwerfen und Stadtentwicklung, sowie die beiden emergenCITY Mitarbeitenden Joachim Schulze und Avikal Somvanshi gehören zum interdisziplinären Projektteam. Neben dem Fachbereich Architektur sowie den Bau- und Umweltwissenschaften von der TU Darmstadt wirkten auch die Hochschule Erfurt, die Hochschule Darmstadt und die Mannheimer Wohnungsbaugesellschaft sowie ein Koblenzer Ingenieurbüro an der Umsetzung einer blau-grünen Oase mit.
Innovatives Wassermanagement in einem Mannheimer Wohnkomplex
Das Projekt entwarf ein Bewässerungssystem in einem Wohnungsbauprojekt, das sämtliche lokalen Wasserströme nutzt und diese in einem Kreislauf hocheffizient verwertet. Neben einem innovativen Regenwassermanagement geht es auch um bestmögliche Verwertung anfallenden Grauwassers. Dieses wird gesammelt, gereinigt und anschließend als wieder nutzbares Servicewasser in die Wohnungen zurückgeführt. Ein daraus resultierender Überschuss an gereinigtem Wasser wird genutzt, um ein integriertes Bewässerungssystem für die Grünanlagen und den alten Baumbestand rund um die Entwicklung der Wohnanlage dauerhaft mit Wasser zu versorgen. Im Herzen des Projekts steht ein naturnah gestaltetes, aber technisch ausgestattetes Teichsystem. Dieses wird als Zwischenspeicher für die Bewässerungsanlage genutzt kann aber darüber hinaus auch den Extremfall eines hundertjährigen Regens abfangen. Auf diese Weise wird zugleich die Entwässerungsinfrastruktur der Stadt entlastet.
Preis für Nachhaltigkeit und Interdisziplinarität der Freunde der TU Darmstadt
Schon 2025 würdigte die Vereinigung von Freunden der TU Darmstadt die Arbeit von emergenCITY-Forschenden um Rudoph-Cleff. Das Reallabor eHUB – ein energieautarkes Gebäude, in welchem erforscht wird, wie die Bevölkerung auf einen langanhaltenden, überregionalen Stromausfall vorbereitet werden kann.
In der Kategorie Nachhaltigkeit und Interdisziplinarität zeichneten die Freunde der TU in diesem Jahr insgesamt vier Projekte mit einem Preisgeld von insgesamt 10.000 Euro aus. Neben ReSource:Mannheim wurden die Forschungsprojekte „Fertigteil 2.0“, „Nachhaltiger Waldnaturschutz – nachhaltige Waldkommunikation“ und „HLD-Elementsystem“ mit Unterstützung durch die Expertise des Büros für Nachhaltigkeit und des Forums für interdisziplinäre Forschung ausgewählt. Die jeweiligen Konzepte und ihre Umsetzungen mussten sich neben der aktiven Schwerpunktsetzung Interdisziplinarität und Nachhaltigkeit auch hinsichtlich ihrer wissenschaftlichen Qualität und Kreativität sowie ihrer Wirksamkeit beweisen.
Projekt ReSource:Mannheim
Freunde der TU Darmstadt und weitere Preisträger