Die Ruzena Bajcsy Lectures on Communications and Resilience gehen in ihre zwölfte Runde. Die Vorlesungreihe wurde 2014 vom Sonderforschungsbereich MAKI ins Leben gerufen und heute von emergenCITY fortgeführt. Sie ist benannt nach Ruzena Bajcsy, einer Pionierin der Elektrotechnik und Informatik. Jährlich werden führende Wissenschaftlerinnen eingeladen, an der TU Darmstadt zu sprechen, um die Sichtbarkeit von Frauen in diesen Fachgebieten zu stärken.
In diesem Jahr spricht Prof. Dr. Tina Comes, Wissenschaftliche Direktorin des DLR-Instituts für den Schutz terrestrischer Infrastrukturen sowie Professorin für Entscheidungstheorie und ICT für Resilienz an der TU Delft. Als Mitglied des wissenschaftlichen Beirats von emergenCITY, präsentiert Comes ihre Forschung zur KI-gestützten Entscheidungsfindung im Krisen- und Katastrophenmanagement, basierend auf Feldstudien in Europa, Asien und Afrika, im Rahmen der diesjährigen emergenCITY Week.
Navigating Uncertainty: AI and Decision Support for Crisis Management
Prof. Dr. Tina Comes
Freitag, 8. Mai 2026, 15:30–16:15 Uhr
Georg-Christoph-Lichtenberg-Haus
Dieburger Straße 241
64287 Darmstadt
Um eine Anmeldung bis zum 20. April 2026 wird gebeten.
Im Anschluss an den Vortrag wird ab 16:20 Uhr der Female Student Travel Award 2026 verliehen. Dieser Auszeichnung würdigt herausragende Leistungen von Studentinnen in den Bereichen Informatik, Elektrotechnik, Informationstechnologie und Künstliche Intelligenz. Der Preis wird von emergenCITY gemeinsam mit dem Sonderforschungsbereich CROSSING, dem Hessian Center for Artificial Intelligence (hessian.AI) und dem Exzellenzcluster Reasonable AI (RAI) vergeben und umfasst ein Stipendium, das den Preisträgerinnen die Teilnahme an internationalen Konferenzen sowie die Vernetzung mit anderen Forscherinnen ermöglicht.
Zum Vortrag
Wirksame KI- und Informations- und Kommunikationstechnologien für das Krisen- und Katastrophenmanagement müssen unter Berücksichtigung realer Einsatzbedingungen entwickelt werden. In ihrem Vortrag stellt Tina Comes einen empirisch fundierten Ansatz zur Entwicklung von Entscheidungsunterstützungssystemen für den Bevölkerungsschutz und die humanitäre Hilfe vor.
Auf Grundlage von Feldforschung in Europa, Asien und Afrika analysiert sie, wie Informationsflüsse in komplexen Systemen funktionieren – und wo sie scheitern. Diese Erkenntnisse werden in agentenbasierte Modelle und die Gestaltung von Entscheidungsunterstützungssystemen übertragen. Daraus ergeben sich konkrete Anforderungen an KI-Systeme, die unter Unsicherheit, Zeitdruck sowie mit unvollständigen oder fragmentierten Daten arbeiten müssen. Zudem werden die Zusammenarbeit zwischen Mensch und KI sowie die Risiken isolierter KI-Entwicklung thematisiert.
Über Prof. Dr. Tina Comes
Prof. Dr. Tina Comes ist Wissenschaftliche Direktorin des DLR-Instituts für den Schutz terrestrischer Infrastrukturen und Professorin an der TU Delft. Ihre Forschung konzentriert sich auf die Verbesserung von Entscheidungsprozessen im Krisen- und Risikomanagement, insbesondere durch den Einsatz von Informationstechnologie und Künstlicher Intelligenz.
Sie verbindet verhaltenswissenschaftliche Erkenntnisse mit computergestützten Methoden wie Datenanalyse, digitalen Zwillingen und Multi-Agenten-Systemen, um die Resilienz von Infrastrukturen und Systemen über verschiedene Zeiträume hinweg zu untersuchen – von der akuten Krisenbewältigung bis hin zur langfristigen Vorsorge.
Sie ist Mitglied der Academia Europaea und der Norwegischen Akademie der Technischen Wissenschaften. Zuvor war sie unter anderem an der Harvard Humanitarian Initiative und der Harvard Kennedy School tätig. Darüber hinaus leitete sie internationale Arbeitsgruppen zu strategischem Krisenmanagement und KI im Krisenkontext im Rahmen des EU Science Advice Mechanism.
Über den Female Student Travel Award
Über Prof. Dr. Tina Comes an der TU Delft und am DLR-Institut für den Schutz terrestrischer Infrastrukturen