Was gehört in den Notfallrucksack? Was können Städte tun, damit wir besser vor Starkregen geschützt sind? Was kann die Heinerbox und wie kann die Litfaßsäule 4.0 in Krisen helfen? Familien, die am Wochenende an der Heinerblock-Rallye teilnahmen, konnten am Ende diese und weitere Fragen rund um Krisenvorsorge beantworten.

„Wir freuen uns, dass die Rallye, mit der wir spielerisch Wissen und Forschung rund um digitale Resilienz vermitteln wollen, bereits am ersten Tag so gut angenommen wurde“, sagte Michèle Knodt, stellvertretende Koordinatorin von emergenCITY und DiReX-Direktorin an der TU Darmstadt. „Denn Krisen wie Stromausfälle oder Starkregen nehmen zu. Wer vorbereitet ist, kann im Ernstfall schneller reagieren.“

Mit Aurora DeMeehl durch den Lichtenbergblock

Große Resonanz erfuhr die geführte Rallye-Tour mit dem Darmstädter Showgirl und Stadtführerin Aurora DeMeehl, die mit Witz und Charme Kinder und Erwachsene durch den Lichtbergblock lotste. Auch die Suche nach Stellen aus kleinen Bilderausschnitten kam besonders bei den jüngsten Teilnehmer:innen an, während die älteren Kinder eifrig die Rätselfragen im Heft beantworteten.

An vier Stationen gab es zum Aktionstag zudem kleine Mitmachangebote, welche Student:innen der TU Darmstadt gestalteten: Kinder telefonierten durch ein Bechertelefon, bauten einen Wasserturm und beantworteten eine Umfrage zu sicheren Schulwegen. Zur Belohnung nach erfolgreicher Rätselei warteten auf dem Riegerplatz kleine Überraschungen für die Kinder sowie personalisierte Anhänger aus dem 3D-Drucker.

Ausgiebig probierten die Kinder auch die kreative Rollenrutsche und die kleinen Fahrzeuge des Spielmobils aus, während sich die Erwachsenen die Heinerboxen noch einmal ausführlich von Frank Hessel, wissenschaftlicher Mitarbeiter und Entwickler der Heinerboxen, erklären ließen oder am Stand des ADFC vorbeischauten.

Hintergrund zur Heinerblock-Rallye

Seit letztem Jahr forschen Wissenschaftler:innen in Kooperation mit der Stadt Darmstadt vor Ort im Lichtenbergblock zu resilienter Krisenkommunikation und zur Entwicklung des Quartiers mittels Sensordaten. Kern dieser Arbeit bilden zwei Demonstratoren, die in emergenCITY entwickelt wurden: Die Litfaßsäule 4.0 auf dem Riegerplatz kann auf einem Display Informationen und Warnhinweise anzeigen, und 40 Heinerboxen messen und veröffentlichen anonyme Umwelt- und Verkehrsdaten. Zukünftig arbeiten die Forscher:innen daran, wie mit den Heinerboxen ein Notfallnetz aufgespannt werden kann, wenn Strom, Internet oder Mobilfunk ausfallen.

Doch technische Ideen sind nur ein Bestandteil der Forschung im Quartier. Es braucht auch das Verständnis der Nachbarschaft, wie diese Ideen funktionieren, und den Austausch vor Ort, um auf Krisen besser vorbereitet zu sein.

„Auch diese soziale Resilienz ist ein wichtiger Baustein unserer Forschung“, erläuterte Matthias Hollick, wissenschaftlicher Koordinator des LOEWE-Zentrums emergenCITY und Professor für Sichere Mobile Netze. „Eine Rallye als Entdeckungstour durch das Quartier, das zu einem Forschungsort in der Stadt wird, bietet für uns damit eine wichtige Gelegenheit Menschen vor Ort mit unseren Themen zu erreichen und zu informieren.“

Heinerblock-Rallye bis 31. Mai auf eigene Faust erkunden Noch bis 31. Mai haben Familien die Gelegenheit die Heinerblock-Rallye auf eigene Faust zu entdecken. Dazu benötigen sie einen Stift und das kostenlose Rallye-Büchlein, das sie sich in verschiedenen Ausgabestellen im Lichtenbergblock abholen können, unter anderem in der Pizzeria Mono, im Cafè 3klang und in der Buchhandlung Lesezeichen.

Die Heinerbock-Rallye ist für Familien mit Kindern zwischen sechs und zwölf Jahren konzipiert, aber offen für alle Altersgruppen. Sie führt auf knapp zwei Kilometern zu zehn Stationen und dauert rund eine Stunde. Entwickelt wurde sie von emergenCITY und DiReX in Zusammenarbeit mit den Darmstädter Agenturen quäntchen+glück und merkmal.

Weitere Informationen Heinerblock-Rallye: www.emergencity.de/s/rallye Heinerbox: www.heinerbox.tu-darmstadt.de