März 2026 – Vom 23. bis 25. März kamen Forschende aus mehreren Ländern an der Technischen Universität Delft zur International Conference on Resilient Systems (ICRS 2026) zusammen. Unter dem Thema „Resilience in an Age of Disruption“ stand im Mittelpunkt, wie Gesellschaften, Infrastrukturen und technische Systeme besser auf Krisen vorbereitet werden, auf sie reagieren und sich von ihnen erholen können. emergenCITY war aktiv am wissenschaftlichen Programm beteiligt und hat die Konferenz mitgestaltet.

Christian Reuter, stellvertretender Koordinator des LOEWE-Zentrums emergenCITY, und Max Mühlhäuser, Distinguished Emeritus, sind seit 2024 Mitglieder des Scientific Organizing Committee. Die Konferenz wurde von der Technischen Universität Darmstadt und dem DLR-Institut für den Schutz terrestrischer Infrastrukturen gemeinsam mit dem 4TU Centre for Resilience Engineering, dem Singapore-ETH Centre und der ETH Zürich mitorganisiert.

Sieben Beiträge zu zentralen Themen

Forschende von emergenCITY und DiReX präsentierten sieben Beiträge zu kritischen Infrastruktursystemen, hydrologischer Risikomodellierung, verteiltem Rechnen und digitalen Ansätzen für das Krisenmanagement.

Ein Schwerpunkt lag auf Wasserversorgungssystemen und deren Resilienz unter Störbedingungen. Kevin T. Logan stellte zwei ergänzende Arbeiten vor, die untersuchen, wie sich Verbraucherverhalten auf die Robustheit von Wasserversorgungsnetzen auswirkt, sowie experimentelle Analysen von Design- und Betriebskonzepten unter Bedingungen wie Leckagen, Verstopfungen und Pumpenausfällen. Im selben Themenfeld beschäftigte sich Michaela Leštáková mit Methoden zur Überwachung von Wassersystemen und der Verbesserung der Systembeobachtbarkeit sowie der Erkennung interner Systemzustände. Jonathan Sattler untersuchte Unsicherheiten in der Trinkwasserbedarfsprognose und betonte die Herausforderungen bei der Modellierung unter variablen und unvorhersehbaren Bedingungen. In hydrologischen Anwendungen präsentierte Mahshid Khazaeiathar Fuzzy-Logic-basierte Ansätze zur kurzfristigen Abflussprognose am Beispiel des Schwarzbach-Einzugsgebiets mit dem Ziel robuster und interpretierbarer Vorhersagen für datenarme Umgebungen und Frühwarnsysteme.

Über Wassersysteme hinaus stellte Markus Sommer REC vor, eine resiliente Edge-Computing-Plattform für Notfallszenarien mit eingeschränkter oder nicht verfügbarer Cloud-Konnektivität, die verteilte Berechnungen und lokale Datenverarbeitung ermöglicht. Im Bereich der Krisenkommunikation präsentierte Joachim Schulze die Litfaßsäule 4.0, eine energieautarke Warninfrastruktur zur Sicherstellung der öffentlichen Information bei langanhaltenden Stromausfällen. Abschließend stellte Tobias Gebhard den NEXUS-Demonstrator vor, eine integrierte Simulationsumgebung zur Kopplung von Strom-, Wasser- und Verkehrssystemen, die die Analyse von Abhängigkeiten unterstützt und zur Entwicklung digitaler Zwillinge für das urbane Krisenmanagement beiträgt.

Nächster Halt: Darmstadt

Die nächste ICRS-Konferenz findet in Darmstadt statt und wird von DiReX organisiert. Die starke Präsenz von emergenCITY auf der Konferenz 2026 unterstreicht die wachsende Rolle des Zentrums und seine kontinuierliche Mitgestaltung der internationalen Resilienzforschung.