Stadtmodell, Smart Homes und Rettungsroboter
Praxistag zeigt Innovationen der emergenCITY Forschung zu Resilienz in Krisen
Praxistag zeigt Innovationen der emergenCITY Forschung zu Resilienz in Krisen
Wie werden erneuerbare Energien in Metallen gespeichert? Wie können energieautarke Smart Homes die Resilienz in Krisen erhöhen? Wie unterstützen Rettungsroboter Einsatzkräfte in Katastrophen? Diese und weitere Fragen beantworteten Forschende vom LOEWE-Zentrum emergenCITY und dem Anwendungs- und Transferzentrum DiReX (Digital Resilience Exchange) am 29. Januar beim Praxistag „Zukunftstechnologien für Energie und Sicherheit – Forschung trifft Praxis“.
Eingeladen hatten das Erasmus+ ENGAGEgreen Projekt und das Mercator Science-Policy Fellowship-Programm der Rhein-Main-Universitäten, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, den Dialog zwischen Wissenschaft und Politik, Verwaltung, NGOs sowie Medien zu fördern. Mehr als 30 Teilnehmer:innen aus Wirtschaft, Verwaltung, Politik sowie Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben, darunter Referent:innen aus den Landes- und Bundesministerien und -ämtern, Landtagsabgeordnete, Vertreter:innen von Kommunen, Polizei und Feuerwehr sowie Unternehmen folgten der Einladung.
Der Tag begann mit einem Einblick in das Metal Energy Hub, das Metalle wie Eisen und Aluminium als klimaneutrale Energieträger erforscht und in die Anwendung bringen will. Im Anschluss präsentierte Joachim Schulze, Wissenschaftlicher Mitarbeiter bei emergenCITY und Leiter der Reallabore bei DiReX, das eHUB, ein energieautarkes Smart Home. Als inselfähiges Gebäude kann sich das eHUB bei Stromausfall selbst versorgen sowie den Strom, der aus Photovoltaik gewonnen wird, mit Teilen der Nachbarschaft und kritischen Infrastrukturen teilen. Zudem könnten eHUBs in Krisen Anlaufstellen für die Bevölkerung sein und so die Notfallkommunikation unterstützen.
„Auf diese Weise ließe sich in Städten ein Rückfallsystem für den Fall des Blackouts schaffen, das weder zusätzliche Infrastruktur noch zusätzliche Flächen benötigt“, so Joachim Schulze.
Nach einem gemeinsamen Mittagessen referierte Michèle Knodt, stellvertretende Koordinatorin von emergenCITY und DiReX-Direktorin, über weitere wissenschaftliche Projekte zu digitaler Resilienz.
Sie betonte: „Stromausfälle wie in Berlin zeigen, wie anfällig unsere kritischen Infrastrukturen sind und wie dringend es nötig ist, digitale Resilienz jetzt weiter zu stärken.“
Anschließend zeigten emergenCITY-Laboringenieur Julian Euler und Joachim Schulze den Teilnehmenden das digitale Stadtmodell im emergenCITY-Lab, das mithilfe animierter Projektion Daten auf einem 3D-Modell von Darmstadt veranschaulicht. Am Modell der Litfaßsäule 4.0 erläuterte Joachim Schulze, wie ein Aufsatz für bestehende Werbesäulen dank Photovoltaik und Brennstoffzelle bei einem langanhaltenden Stromausfall Warnungen und Informationen anzeigen kann. Stefan Fabian, wissenschaftlicher Mitarbeiter bei emergenCITY, führte außerdem den Rettungsroboter Athena vor, der autonom unwegsames Gelände erkunden kann.
„Besonders eindrücklich war für mich das große Potenzial digitaler Resilienz als wichtiger Baustein zur Bewältigung aktueller und zukünftiger Herausforderungen“, resümierte Teilnehmer Christian Bachmann von der Koordinierungsstelle für die Resilienz der Netze und Kommunikation des Breitbandbüros Hessen nach der Veranstaltung.